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Fernübertragung von Blutdruckwerten

|   Auto-Intern

Zahlreiche Arbeitsstunden von Haus- und Fachärzten sowie examinierter Kräfte im Pflegealltag werden auf das Monitoring der Vitalwerte von Patienten verwendet. Gäbe es die Möglichkeit, diese Daten ohne weiteres Zutun von Patienten fernzuübertragen und somit Arztbesuche zu vermeiden, könnte dies die freien Kapazitäten von Ärzten erhöhen.

Zahlreiche Arbeitsstunden von Haus- und Fachärzten sowie examinierter Kräfte im Pflegealltag werden auf das Monitoring der Vitalwerte von Patienten verwendet. Diese Vitalwerte, oft Blutdruckwerte, werden bereits im eigenen Haus gemessen und schriftlich notiert, beispielsweise bei der Erholung von einem Herzinfarkt, bei der Einstellung auf neue Blutdruck- oder Diabetesmedikamente oder nach Aneurysmen. Gäbe es die Möglichkeit, diese Daten ohne weiteres Zutun von Patienten fernzuübertragen und somit Arztbesuche zu vermeiden, könnte dies die freien Kapazitäten von Ärzten erhöhen. Welche Art der Datenübertragung ist hierfür denkbar? Wie könnte eine Software aussehen, die Ärzten ermöglicht, bestmöglich von diesen Daten zu profitieren? Könnte die gewonnene Masse an Daten ermöglichen, über Big-Data-Algorithmen Muster und Korrelationen zu entdecken, die ohne diese Datenübertragung nie gefunden worden wären?

Angestoßen von dem Professor für Biomedizintechnik Benjamin Menküc, Fachhochschule Dortmund, wollen Auto-Intern, das Bochumer Institut für Technologie und das Institut für Kommunikationstechnik der Fachhochschule Dortmund diesen Fragen im Rahmen eines Forschungsprojektes nachgehen.

"Unsere Aufgabe bei Auto-Intern würde darin bestehen, die bestmögliche Option für die Funk-übertragung der Vitalwerte festzulegen, zu testen und zu validieren“, berichtet Sebastian Jany, Projektleiter. "Die Datenauswertung könnte das Bochumer Institut für Technologie durchführen und mit der Softwareergonomie könnte sich das Institut für Kommunikationstechnik der FH Dortmund befassen.“

Über die bloße Übertragung der gewonnenen Vitaldaten hinaus stellt sich auch die Aufgabe der Gewinnung dieser Daten. Ansatz hierfür sind handelsübliche Blutdruckmessgeräte, über die der durchschnittliche Haushalt verfügt. Verfügen diese über einen Datenausgang, stellt es eine mögliche Herangehensweise dar, ein externes Funkmodul anzu-schließen. Eine direkte Integration eines Funkmoduls im Blutdruckmessgerät in Kooperation mit einem Hersteller für Medizinprodukte würde eine weitere Vereinfachung der Handhabung für den Patienten darstellen.

Dass sich durch die Fernübertragung von Blutdruckwerten Arztbesuche potentiell minimieren lassen, ist nicht der einzige Gewinn, der durch dieses Forschungsprojekt erzielt werden könnte. Patienten, deren Vitalwerte unter täglicher Beobachtung durch einen Haus- oder Facharzt stehen, sind oft auch die vulnerabelsten der Patienten. Befindet sich ein Patient in der Phase der Erholung von einem Eingriff oder einer schweren Erkrankung, stellt der Besuch einer Arztpraxis auch ein erhöhtes Infektionsrisiko dar. Dies könnte durch Fernübertragung der Daten vermieden werden. Zudem birgt sie das Potential, patient empowerment nach Phasen von einschränkender Krankheit zu erhöhen, indem ein Gefühl von Eigenständigkeit entsteht.

Sind Sie an einer Zusammenarbeit an diesem Projekt oder einem Austausch interessiert, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme zu Projektleiter Sebastian Jany.

Kontakt
Sebastian Jany
Sebastian.Jany@gruppe.ai

 

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